Montag, 8. Oktober 2012

Tag 29: 30 km Fahrradtour

Eigentlich wollten wir (Fransösin+2Finnen+Ich) eine ganz normale Fahrt zu einem nahegelegenen Tempel machen, doch was dann daraus geworden ist hat mich selbst etwas überrascht;)
Los gings um 12:30 Uhr. Ziel war der Shoren-In Tempel. Unglücklicherweise haben wir bei der Kreuzung den Weg, der zum Tempel führen würde verpasst. Da wir nun schon auf dem Weg waren suchten wir uns den nächstbesten Tempel aus (Kyoto hat ja genug davon;))und machten uns auf den Weg. Leider steht auf der Karte aber nicht geschrieben, dass er sich weit weit oben auf einem Berg befindet...also wir mit unseren Radls ruff da (3 Gänge!). Oben angekommen hatten wir diesen wunderschönen Blick, aber ein Tempel war weit und breit nicht zu sehen...


Weiter ging es noch ca. 15 Minuten bis wir auf das Agon-shu Buddist Association Building stießen.


Schön war es ja=) Nachdem wir dieses Gebäude verließen ging es noch etwas weiter den Berg hinauf bis wir auf einen kleinen Schrein gestoßen sind, von dem man auch einen schönen Blick auf Kyoto hatte und seinen Tower.


 Der Schrein war zwar klein und im Grünen versteckt, jedoch besaß er einen Raum, indem eine große eiserne Glocke hing.


Ein Finne musste uns dann verlassen, also  waren wir nur noch zu 3. Es blieb die Wahl nach einem weiteren Tempel ausschau zu halten, oder zu einem Shop zu fahren, der Second-hand Sachen ankauft und verkauft. Wir entschieden uns für die 2. Variante und machten uns auf den Weg. Vorbei an lustigen Äffchen, die die Straße absprerrten.


Am Anfang hieß es, es seien nur 5 km, nachdem wir allerdings 1,5 Std auf dem Sattel saßen glaubte ich ganz fest daran, dass das gelogen war;) Wir kamen aber an und es war wirklich riesig groß. Vom Reiskocher über Keybord bis zum Staubsauger, alles war vorhanden und das echt in 5 facher Ausführung. Wohl ein sehr begehrter Laden. Ich entschied mich meinerseits für einen Föhn, weil der meine leider den Geist aufgegeben hat=(
Auf dem Rückweg fuhren wir noch an einer 4-stöckigen Pagode vorbei.
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Tag 27-28: Einweisung und Disaster Drill

In diesen Tagen habe ich neue tolle Leute kennen gelernt. Wir waren sehr viel unterwegs, weshalb meine Blogeinträger auch sehr auf sich warten lassen haben.
Doch war das Sapporo-Bier, der Sake oder Plum-Wein eine Nummer wichtiger;)
Nachdem alle weiteren Formalitäten für die Uni erledigt und beseitigt wurden, gab es einen Orientationtag in unserem Wohnheim. Wir wurden regelrecht darauf gedrillt, wie wir uns verhalte müssen, wenn ein Feuer ausbricht, wo wir welche Utensilien im Gebäude finden oder was zu tun ist, wenn ein Erbeben vorbeihuscht.
Also in Japan läuft das so ab: Kyotos Feuerwehr ist extra für uns ausgerücktund war vor Ort mit einem riesen großen Fahrzeug. Sie haben zig Feuerlöscher mit Wasser gefüllt. Jeden von uns 42 Insassen musste einmal an die Wand sprühen, das gleiche galt für den Wasserschlauch.
Als nächstes haben sie einen Raum in Rauch angesteckt um es bestmöglich zu animieren...?? In dem Raum stand ein Feuerwehrmann mit Gasmaske. Wir sollten von außen herein, auf die Knie fallen und ihn finden. (wahnsinn!!)
Das nächste war dann die Erdbebensimulation bis Stärke 8. Die haben einen riesen großen Anhänger hertransportiert und sich die Mühe gemacht uns das simuliert erleben zu lassen. In diesem Anhänger war eine Seite geöffnet. Es standen ein Tisch und 4 Stühle drin. Immer 4 von uns mussten hinein. Dann hat ein Bediensteter das Beben aufgedreht auf Stärke 8!(Bitte lasst mich das nicht erleben!!!) Der Wagen hat sich unter anderem waagerecht 1-2m verschoben und währenddessen mussten wir unter den Tisch krabbeln und warten bis das Beben vorbei ist.
Das war alles so wahnsinnig wahrheitsgetreu. Wiedermal sind die Japaner mit vollem Herz und Ernst dabei. Natürlich gabs dann nochmal eine Wiederbelebungsübung für den Ernstfall=)
Danach eine Unterrichtsstunde über das Fahrradfahren, denn ganz Kyoto fährt Fahrrad. Die Stadt ist komplett eben und schachbrettartig aufgebaut, was es sehr einfach macht mit dem Fahrrad von A nach b zu kommen.
Am Ende gab es ein Abschiedsessen und das sah so aus:











Tag 26: Broooooooooooooot!!!

Unglaublich aber wahr. Durch aufwendiges googlen und Ausfindig machen, habe ich ein Café namens Infinity gefunden.


Und was gibt es hier? Das beste Brot seit einem Monat!!Fantastisch.Abgeschieden zwischen kleinen Gassen säumte ein grüner Streifen den Weg zu einem kleinen bescheidenen Ryokan. Dort bereitet ein japanischer Bäckermeister gemeinsam mit seiner Frau seit Jahren deutsches Brot zu. Unverwechselbar gut.




 mhhhh...lecker!!!


Tag 22-25: Einzug ins Marikoji Kaikan und die ersten Unitage

Der Einzug in das International House verlief einwandfrei. Ich bekam mein eigenes Zimmer im 4. Stock.
Ich bin begeistert, ich habe mir das alles noch viel kleiner vorgestellt. Da mir eine Bekannte sämtliche Wohn- und Küchenutensilien hier gelassen hat, war ich eine der Wenigsten, die gleich eine komplette Zimmerausstattung hatte.
Ich bin überglücklich und bin mir sicher, die nächsten 6 Monate hier gut leben zu können.
Nach dem Einzug machte ich mich auch gleich auf den Weg zur Uni. Mit dem Fahrrad legt man da nochmal ca. eine halbe Stunde vom Marikoji Kaikan zurück.
Dort angekommen wurde ich gleich herzlichst begrüßt. Ich sah nun auch zum ersten Mal all die anderen internationalen Gaststudenten mit denen ich wohl die meiste Zeit verbringen werde, wie sich bis heute schon herausgestellt hat.
Zurück zur Uni. ich bekam einen netten Tutor an meine Seite gestellt, der unglaublich schlecht Englisch spricht und bröckelchenweise Deutsch, so muss ich mir mein Sammelsorium immer zurechtrücken, aber gut irgendwie hat es ja dann auch geklappt alle organisatorischen Dinge unter einen Hut zu bekommen und zu erledigen. Sei es die Identity card der University, der Bibliothekenausweis, Health insurance oder die Wahl meiner Studienfächer.
So hatte ich schonmal einen Japaner kennen gelernt, auf den ich immer wieder zurückgreifen konnte. Schon sehr praktisch und wie liebevoll er sich um einen kümmert =)
Am nächsten Tag hatten wir frei und so stellte ich mir früh den Wecker um mir eine weitere Tempelanlage anzuschauen.
Ich ging zum Kiyomizu Tempel (Tempelkloster des klaren Wassers)


Bevor man den Tempel betritt, gibt es die Möglichkeit für kleines Geld in die Höhle der Anlage zu treten.
Dort war es stochdunkel. In der Dunkelheit begegnet man einem beleuchteten Stein, man muss ihn drehen um sich etwas wünschen zu drüfen. Das war auch schon alles, was man dort unten begegnen kann. 
Bekannt aus dem Film ''die Geisha'' trifft man auf dieser Anlage auf die unverwechselbare Pagode.


Auf dieser Anlage traf ich auf 2 deutsche Ex-Studentininnen aus der Nähe aus Frankfurt, die mir unter anderem Nahe brachten, doch das Glücksspiel, welches an jedem Tempel zu finden ist auszuprobieren. Nachdem ich nun also mein Glück mit dem Stein in der Höhle gesucht habe, probierte ich es dann nun auch mit diesem Glücksspiel. 


Man schüttelt diese Blechdose so lange, bis ein hölzernes Stäbchen auf den Steinboden fällt. Man guckst welche Nummer auf diesem Stäbchen steht und geht dann zu 99 Schubladen. Dann öffnet man die Lade mit der Nummer, die man gezogen hat und entnimmt ein in japanischen Schriftzeichen poetisch gschriebenes Gedicht, welches besagt, ob man nun in nächster Zeit Glück oder Pech hat. Gottseidank hatte ich die 2 Deutschen bei mir, die mir das ganze übersetzen konnten. Meins war wohl eines der 2. Besten. Es strand drin, dass ich sehr sehr alt werde (89). Das mein Wunsch den ich habe wahr wird, aber nicht in naher Zukunft und ansonsten, dass ich gesund bleibe.
Klingt doch gut oder?:D


Wenn der Zettel nichts gutes besagt, wird er an vorgerichtete Eisenstangen geknotet. Einmal im Monat werden diese dann verbrannt, um die schlechten Dinge nicht wahr werden zu lassen.


Weiter ging es zum nächsten Glück. Im Tempel sind die ''Love stones'' im Abstand von 10m aufgestellt. Wenn man es schafft von einem zum anderen mit geschlossenen Augen zu gelangen bedeutet dies Glück in der Liebe. ( Ich habs geschafft!!!:))


Dies ist einer von beiden Liebessteinen.


 Hier sieht man im Vordergrund den einen Liebesstein und wenn man genau hinguckt erkennt man den anderen zwischen dem Menschengewusel auch:)


Mit den 2 Bekanntschaften habe ich einen wirklichen Glücksgriff (im wahrsten Sinne des Wortes) gemacht. Sie wiesen mich nicht nur in mein Glück ein, nein, sie zeigten mir auch noch was richtig gut schmeckt. Hier probierte ich Zaru-Soba. Dies sind kalte Reisnudeln. Das schwarze ist eine Art Sojasoße, aber auch nicht richtig. Man gibt die Frühlingszwiebeln und den Wasabi hinein rührt das Ganze um und tunkt dann nach und nach die Nudeln hinein, bevor man sie dann aus der Suppe schlürft. Sehr lecker!


Als Nachspeise gab es dann Kakigōri. Dies ist geraspeltes Eis. Hier mit Erdbeermilchsoße. Gibt es in allen möglichen Geschmachsrichtungen: Caramel, grünen Tee usw..


Nachdem wir uns nun gestärkt hatten, bekamen wir riesigen Durst. Wie praktisch wir waren in einem Wassertempel. Also gingen wir zum Otowanotati Wasserfall, tranken etwas von dem heilenden Wasser und uns ging es gleich viel besser.:) Auf einen Prediger sind wir dann auch noch gestoßen.

 
     











Auf dem Boden des Tempels trafen wir dann noch auf eine riesige Gottesanbeterin. Die war noch größer als mein Mittelfinger...ein RIESEN Vieh!! 


Auf dem Weg zurück durch die Gassen probierten wir uns weiter durch die leckeren Angebote.
Hier gab es einen Windbeutel gefüllt mit Eiscréme.


 Dies ist eine steinharte Zimtstange


Dann machten wir noch eine unglaubliche Entdeckung, die nur aus Japan kommen kann!! Ein Regenschirm der sein Muster verändert, wenn er nass wird, Ist das nicht gigantisch??


Tag 21: Kyoto und der Taifun

Mit dem Abschluss der 3. Woche trat auch gleich das schlechteste Wetter heran.
Es hat nicht nur geregnet, nein es hat geschüttet und zwar wie aus Eimern den ganzen Tag. Ein schöner Sturm den Jelawat vorbeikommen ließ, hat das ganze nicht gerade beschönigt.
Trotz des Wetters, hinderte es mich natürlich nicht daran eine neue Schreinentdeckung zu machen.
Besser gesagt trieb es mich zum Fushimi Inari Schrein.


Im Kontrast zu dem schlechten Wetter gab er, mit seiner knallorangenen Farbe, für mich ein recht freundliches Bild ab und steigerte meine Begeisterung.
Vorbei an dem Schrein, die Treppen hinauf, ging ich auf einen Tunnel zu, wie er zuerst erschien. Beim genaueren Hinschauen sah man, dass dieser Tunnel aus enganliegenden Toren bestand.


Nach ca. 300 m kam man am anderen Ende wieder hinaus und fühlte sich, wie mitten im Dschungel.


 Ein paar Meter weiter wartete auch schon der nächste Durcchgang.


Zwischen den einzelnen Pfosten der Tore bekam man wunderschöne Blicke aufs umliegende Grün. Da das Wetter so regnerisch war konnte man beobachten wie der Nebel tief in den Bäumen hing.


Nach gefühlten 10000 Treppenstufen hinauf zum höchsten Punkt, bin ich an einem weiteren Schrein angekommen. Dort befanden sich Unmassen an den Toren in klein. Diese konnte man jederzeit in kleinen Shops erwerben, seinen Wunsch daraufschreiben und ihn in der Nähe des Schreins am hochsten Punkt des Hügels aufstellen.

    

Der Schrein wird auch Fuchsschrein genannt. Überall sieht man, wie Füchse aus Stein, die die Anlage bewachen.




 Die verschiedenen Zeichen auf der Rückseite einzelnen Toren bedeuten und besagen, wer diesen gespendet hat.



Völlig durchnässt kam ich wieder unten an, traf eine Schulklasse aus Tokyo, die mir Löcher in den Bauch gefragt haben und machte mich danach zurück auf den Weg zum Hostel. Wo ich dann auch blieb, für den Rest des Tages. Ich packte dann noch all meine Sachen zusammen, denn am morgigen Tag gehts in mein eigenes Heim für die nächsten 6 Monate. Worauf ich schon ungemein gespannt bin!!!